Chinesische Arzneimitteltherapie

Die chinesische Arzneimitteltherapie gehört, zusammen mit der Akupunktur, zu den wichtigsten Therapieformen der chinesischen Medizin. In China wird sie sogar weitaus mehr praktiziert als Akupunktur, da dieses Behandlungsprinzip viel umfassender die Theorie der chinesischen Diagnostik abdecken kann.

Meist werden pflanzliche Substanzen (Blätter, Blüten, Wurzeln, Rinden u.a. Pflanzenbestandteile) verwendet. Es kommen aber auch mineralische und selten tierische Stoffe zum Einsatz.

In der Schweiz unterliegen chinesische Arzneimittel der Aufsicht des schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic. Strenge Kontrollen garantieren Identität, Qualität und Reinheit der Arzneimittel. Selbstverständlich werden dabei auch die Artenschutzvorschriften kontrolliert und eingehalten.

Ca. 400 Einzelmittel kommen in der Schweiz zur Anwendung. Die für eine Rezeptur gewählten Substanzen werden so aufeinander abgestimmt, dass sie für jeden Patienten und dessen spezifisches Beschwerdebild die gewünschte Wirkung erzielen.

Traditionell werden chinesische Arzneimittel als Dekokt zubereitet, das heisst gekocht und der Absud wird als Tee getrunken. Diese Form der Arzneimitteleinnahme gilt immer noch als die wirksamste Variante der chinesischen Arzneimitteltherapie. Jedoch werden aufgrund der ziemlich aufwändigen Kocherei und auch wegen des relativ teuren Rohdrogen-Preises in der Schweiz heute vorwiegend die modernen Verabreichungsmethoden wie Granulate, Tabletten und Tropfen verwendet.

Bei Krankheiten am Bewegungsapparat oder Hautproblemen werden Kräuter oftmals auch in Form von Salben, Crèmen, Lotionen und Sprays äusserlich angewendet.